5 Gründe, warum Antiviren-Software überflüssig ist

5 Gründe, warum Antiviren-Software überflüssig ist

Der AV-Software wird meiner Meinung nach im allgemeinen zu viel Bedeutung im eigenen Sicherheitskonzept zugeschrieben. In der Regel ist dieses Programm das erste, was auf dem Rechner installiert sein muss, um sein Gewissen und das Grundbedürfnis an Sicherheit zu befriedigen. Frei nach dem Motto: „Wenn ich ein solches Produkt gekauft und installiert habe, kann ich alles machen, ohne dass mir was passiert.“

 

Dieses Konzept geht aber leider nicht auf, denn:

 

1.) Die größte Gefahr geht vom Benutzer aus

Eine AV-Software bringt mir wenig, wenn ich einen Link anklicke, der mit einer Spam-Mail im Postfach landet. Ein scheinbar „seriöser“ Absender will, dass wir mit ihm in Verbindung treten, beispielsweise sollen wir auf die Mail antworten oder auf einen Link klicken, weil wir angeblich der 50.000ste Besucher auf seiner Website waren. Woher dieser Mensch das wohl weiß? Ein anderes Beispiel: Ein blinkendes, farbenfrohes Icon mit der Schriftgröße 1000 auf einer Website verspricht mir bei einem Klick einen Millionengewinn. Mach ich, vielleicht…später. Bei Gelegenheit. Nicht!

Leider gibt es Leute, die genau das aber immer wieder tun. Ein seriös klingender Absender, ein Betreff, der uns irgendwie suggeriert wichtig zu sein, eine Verlockung auf einen materiellen Gewinn oder etwas, das uns Angst macht, lässt uns einmal zu viel den entscheidenden falschen Klick machen. Viele denken dann, dass sie etwas verpassen könnten oder ihnen etwas schlimmes zustößt.

Wenn es eine Sache gibt, die man wissen sollte: Niemand Fremdes gibt uns irgend etwas umsonst. Es ist stets zu prüfen, mit wem ich in Kontakt trete und wem ich persönliche Informationen anvertraue.

 

2.) AV-Software selbst stellt einen potentiellen Angriffspunkt dar

Es ist eben auch nur eine Software, und in jeder Software gibt es Lücken, je nachdem wie gut sie programmiert wurde. Bis die Sicherheitslücken geschlossen werden, gibt es schon wieder eine Vielzahl an Schadsoftware, die diese Lücken ausnutzen könnten. Ein weiterer Punkt ist, dass das Programm zu viele Rechte benötigt um ins System einzugreifen und somit einen leichteren Zugang für Angreifer ermöglicht, wenn dieser einmal das System boykottiert hat.

 

3.) AV-Software ist überladen mit unnötigen Funktionen

Von einem Antiviren-Programm erwarten wir vor allem eins: Es soll Viren erkennen und sie kampfunfähig machen. Doch scheint es nur noch alle „sicherheitsrelevanten“ Features im Bundle zu geben, in den „Internet-Security-20XX“-Suiten, da kommt auf einmal noch ein System Optimierung-Tool zum Einsatz oder ein integrierter Browser speziell für Online-Banking, der in einer eigenen Sandbox läuft (was sich sehr nach Googles Chrome anhört). Klingt erst einmal toll, aber man hat als Benutzer keinen Überblick mehr darüber, was die Software auf dem Computer eigentlich alles macht. Es gibt einem lediglich das Gefühl, dass man sicher ist. Nicht „Viel kann auch viel verhindern“, sondern „Viel kann auch viel Mist anrichten“, müsste es lauten.

 

4.) AV-Software bremst das System aus

Das System läuft permanent im Hintergrund und ist in allen Prozessen irgendwo, irgendwie beteiligt. Jedes der oben genannten Features hat in Teilen anderer Software ein Plugin oder Add-In. Jedes dieser Funktionen benötigt zusätzliche Ressourcen, CPU und Arbeitsspeicher werden somit schneller ausgelastet, das System wird langsam und der Stromverbrauch steigt. Dies kann sich negativ auf die Lebensdauer von Akkus auswirken. Oftmals behindert auch die mitgelieferte Firewall eines AV-Programms wichtige Prozesse und ihre Netzwerk-Kommunikation (besser ist hier eine sicher konfigurierte Fritzbox, beispielsweise mit einer White-List).

 

5.) AV-Software kostet viel Geld

Hierfür sind jährlich, da fast ausschließlich als Abo verfügbar, ca 30-40 Euro für die Standardversion (1 PC, 1 Jahr, Virenscanner, Firwall, Browser-Plugin, Spamschutz) notwendig. Wer mehr benötigt, zahlt auch mehr. Und ob einen das Wert ist, ist sehr zu überlegen.

Zu erwähnen wäre hier noch der Einsatz von kostenlosen Programmen: Auch hier gelten alle oben genannten Punkte außer der letzte, da es eben  kein Geld kostet. Wenn es aber nun unbedingt sein muss, würde ich eine kostenlose Variante bevorzugen. Zu achten ist hier bei der Installation auf jegliche Zusatz-Software, die mitinstalliert wird wenn man das Häkchen nicht deaktiviert.

 

In einem weiteren Blog-Artikel verrate ich euch meinen Vorschlag für ein besseres Sicherheitskonzept. Sicherheit ist nicht immer mit viel Aufwand verbunden, jedoch muss man wie immer den Kopf einschalten und ein wenig selber in die Hand nehmen. Wie bei allen Dingen im Leben, ist dies auch alles nur eine Sache der Gewohnheit.

 

 

Quellen und weiterführende Informationen:

http://t3n.de/news/antivirus-software-deinstallieren-789971/ -> Meinung eines Mozilla-Entwicklers zu AV-Software

 

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